Neuromotorische Entwicklungsförderung
INPP® - Birgit Pulz
„Oskars Entwicklung verläuft einfach nie gradlinig,
irgendwie ist da immer Sand im Getriebe und knirscht,
sind die Probleme immer größer als bei seinen Geschwistern,
sind unsere Erziehungs- und Unterstützungsstrategien erfolgloser.“
So beschrieb ein Vater seinen Sohn, der sehr von der neuromotorischen Entwicklungsförderung INPP® profitierte.
Für wen ist die Neuromotorische Entwicklungsförderung geeignet?
Es gibt eine direkte Korrelation zwischen unreifen motorischen Fähigkeiten und dem Schulerfolg. Dies konnte in vielen Studien gezeigt werden. Zunehmend weisen Kinder mit und ohne Diagnosen Schwächen in der motorischen Verarbeitung, der Haltung, dem Gleichgewicht, der Lateralitätsentwicklung, der Augensteuerung und der Aufmerksamkeit auf. Ist diese Unreife signifikant beteiligt oder ursächlich für die folgenden Herausforderungen, dann kann eine neuromotorische Entwicklungsförderung sehr hilfreich sein.
Lernprobleme
- Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS, Legasthenie, Dyslexie)
- Rechenschwäche (Dyskalkulie)
- Teilleistungsschwächen
- Konzentrationsprobleme
- Underachiever (wenn Menschen ihre eigentlichen Möglichkeiten nicht ausschöpfen können)
Entwicklungsverzögerung
- sprachlich
- sozial-emotional
- motorisch (in der Bewegungsentwicklung)
z.B. Koordinationsstörung, Dyspraxie, schlechtes Gleichgewicht, Ungeschicklichkeit, mangelnde Feinmotorik
AD(H)S, Autismus, Syndrome, Hochbegabung und Neurodiversität
Die große Vielfalt, wie menschliche Gehirne funktionieren, bereichert unsere Welt und stellt gleichzeitig viele Menschen vor besondere Herausforderungen. Lernerfolg, Resilienz, emotionale Verarbeitung, Verhaltenssteuerung, Konzentration, Verarbeitungsgeschwindigkeit etc. können von der Ausreifung und Verbesserung neuromotorischer Fähigkeiten profitieren.
Verhalten, Emotionen und Wohlfühlen
- Ängste, ausgeprägte Schüchternheit
- Aggressivität, Wutanfälle, Impulsivität
- Depressive Tendenzen
- Schulangst – und Schulverweigerung
Können sehr unterschiedliche Ursachen und Belastungen im Hintergrund haben. Nicht selten werden v.a. Erziehung und Beschulung beschuldigt. Aber auch eine neuromotorische Unreife, insbesondere Restmuster des Moro-Reflexes und Auffälligkeiten in der Wahrnehmungsverarbeitung erschweren es den Kindern sich angemessen zu regulieren und zu verhalten.
Die Übungen der neuromotorischen Entwicklungsförderung eignen sich für Kinder und Jugendliche ab ca. 5 Jahren. Bei jüngeren Kindern kann ich unter Umständen kreative einfachere Übungen mit Erfolg anwenden. Da Klein- und Vorschulkinder in ihrem Entwicklungspotential noch so stark und flexibel sind, reicht meist die klassisch homöopathische Behandlung aus, um Entwicklungssprünge auszulösen und Schulproblemen vorzubeugen.
Im Folgendem finden Sie häufige Hinweise aus Lebensgeschichten und Problemen von Kindern, deren frühkindliche Reflexe persistieren (andauern). Ob ihr Kind tatsächlich auch dazu gehört und somit die Therapie für ihr Kind nützlich sein kann, lässt sich letztlich erst in der ausführlichen Diagnostik absichern.
Häufige Auffälligkeiten in Schwangerschaft und Babyalter
- Schwangerschaftskomplikationen, extremer Stress, Frühgeburt
- Geburtskomplikationen (z.B. Beckenendlage, Kaiserschnittentbindung, Sturzgeburt)
- intensivmedizinische Betreuung, schwere Erkrankungen im Säuglingsalter
- Unruhe, Schlafprobleme, häufiges Schreien, „anspruchsvolles Baby" oder auffällig ruhiges, bewegungsarmes Baby, KISS
- Muskulärer Hypertonus (stark angespannt) oder Hypotonus (schlaffe Muskeln)
- Verspätete motorische Entwicklung, Auslassen des Krabbelns oder ungewöhnliche Fortbewegungsmuster bei Babys wie Porutschen, Rollen, Häschenhüpf
- notwendige physiotherapeutische Behandlung
Im Kindergartenalter
- Roller- oder Fahrradfahren und An- und Auskleiden fällt schwer, selbst Anschaukeln klappt nicht, Ungeschicklichkeit beim Treppensteigen, Klettern, Werfen, Fangen, Essen etc.
- Feinmotorische Ungeschicklichkeit oder Verweigerung dieser Aktivitäten (Malen, Schneiden, Basteln)
- schlechtes Gleichgewicht, ausgeprägte Reiseübelkeit
- schlechte Haltung, kontinuierliches Sitzen im Zwischenfersensitz
- Allergien, Infektanfälligkeit
- ausgeprägte Ängste, nicht altersgemäße Trotz- und Wutanfälle, schwer zu führen, festhalten an ungünstigen Verhaltensmustern
- bleibt nicht lange bei einem Spiel, kann nicht allein spielen, schlechte Planungsfähigkeit
- eine Ergotherapie wird empfohlen
In der Schule
- Schlechte oder ungewöhnliche Sitzhaltung, nicht festgelegte Händigkeit, verkrampfte Stifthaltung, Zeilen können beim Schreiben nicht eingehalten werden, schwer leserliche Schrift
- vertauschen von Ziffern/ Buchstaben innerhalb einer Zahl/ eines Wortes, Probleme beim Abschreiben von der Tafel, Lesen und Schreiben können nicht automatisiert werden
- Konzentrationsschwierigkeiten, „Zappeln" oder schnelles Ermüden
- Abneigung gegen sportliche Aktivitäten, Ungeschicklichkeit
- schlechte Organisationsfähigkeit, Orientierung und Zeitmanagment (verliert viele Sachen, Reihenfolgen und Arbeitsanweisungen abarbeiten fällt schwer, vertauscht Buchstabenrichtungen, trödelt.....)
- Verhaltensauffälligkeiten bleiben oder prägen sich aus (Ängste oder Aggressionen, impulsives Verhalten, spielen des Klassenclowns, Verweigerung, Verzweiflung etc.)
- Schwierigkeiten mit der Lautverarbeitung und der Auge-Handkoordination
- Bei sehr vielen Kindern mit AD(H)S, im Autismus-Spektrum, mit Lese–Rechtschreib-Schwäche, Dyskalkulie, anderen Lernproblemen trotz guter Intelligenz sind persistierende (also bleibende) frühkindliche Reflexe wesentliche Verstärker der Probleme.